Urlaub auf Teneriffa 2013

Mitte November 2013 habe ich auf der Insel Teneriffa einige Tage Urlaub gemacht. Hier möchte ich ein paar Eindrücke wiedergeben.

Exkurs: Wo genau ist Teneriffa?

Teneriffa gehört zu den Kanarischen Inseln, zu denen sieben Hauptinseln gezählt werden. Wenn man sie auf der Karte sucht, so muss man südlich von Spanien auf Höhe von Afrika Ausschau halten. Politisch gehören sie zwar zu Spanien, sind aber über 1.000 km vom Mutterland entfernt. Viel näher ist hingegen der afrikanische Kontinent im Osten mit Marokko und der Sahara. Gerade mal etwa 100 km trennen die östlichste Insel und das afrikanische Festland.

Geografische Lage von Teneriffa

Teneriffa liegt in der Mitte der Kanerischen Inselgruppe. Östlich befinden sich Lanzarote, Fuerteventura und Gran Canaria. Richtung Westen folgen noch die Inseln La Gomera, La Palma und El Hierro. Obgleich man vom Namen her vermuten würde, dass „Gran Canaria“ die größte Insel wäre, so täuscht man sich doch. Teneriffa ist mit rund 2.000 km² die Größte und damit etwa 400km² größter als Fuerteventura. Erst an dritter Stelle folgt dann Gran Canaria. Die Entfernungen zwischen den einzelnen Inseln beträgt im Schnitt nur etwa 30km.

 

Pico del Teide

Die bedeutenste Sehenswürdigkeit Teneriffas ist sicherlich der einsame Berg auf der Insel, der ~3.700m hohe Vulkan Teide. Auch wenn die letzte Eruption bereits über 100 Jahre zurück liegt, so bleibt es dennoch ein „aktiver“ Vulkan. Das bedeutet, dass er jederzeit wieder ausbrechen könnte. Der Reiseleiter meinte scherzhaft, man solle ihn bloss nicht wecken, denn er mache gerade Siesta: „Solange er schläft ist alles gut. Sollte er erwachen, ist das nicht gut.“ Klingt schon irgendwie logisch 😉  Alle Inseln sind das Produkt vulkanischer Aktivität. Entstanden aus Vulkangestein und durch tektonische Plattenverschiebung. Wir haben den Vulkan besucht und sind mit einer Seilbahn auf 3.555m hochgefahren. Der geringere Druck und die Luft sind in der Höhe merklich anders. Die Luft ist reiner und gut zum atmen.

Dieser Vulkan bzw. der Berg (es gibt viele weitere Vulkane auf der Insel, die allerdings keine Erhebung haben. Der Teide ist eigentlich nur der Berg – der Einzige auf der Insel) selber befindet sich in einem großen rundlichen Krater, einer sogenannten Caldera. Was für Filmfans wie mich besonders interessant zu sehen war ist, dass in diesem Krater der Film „Kampf der Titanen“ gedreht wurde. Der Teide ist im besagten Film der Berg Tartaros, in dem die Titanen eingesperrt sind. Ohne dieses Hintergrundwissen würde das niemanden auffallen, aber wenn man es weiß, dann sieht man tatsächlich die gesamte Filmkulisse vor dem geistigen Auge.

Des Weiteren besuchten wir eine ehemalige Opferstätte und konnten den Krater der letzten Eruption sehen. Der Teide ist zur Seite ausgebrochen und der Lavastrom hat sich seinen Weg bis ins Meer gesucht – ein langer schwarzer Streifen zieht sich vom Berg bis zur Küste. Eine besonders amüsante Erkenntnis war, dass es zwei Arten von Lavagestein gibt. Auf der einen kann man laufen, auf der anderen nicht. Nein, nicht wegen der Temperatur, sondern wegen der Form des Gesteins. Lavagestein kann nach dem Abkühlen glatte Flächen hinterlassen, oder kantige Felsbrocken – auf Teneriffa letzteres.

Die Flora und Fauna

Besonders spannend an Teneriffa ist, dass es zwei Klimazonen gibt – der Norden und der Süden. So absurd es klingen mag, der Norden ist grün und sehr dicht bewaldet, der Süden das komplette Gegenteil. Rotgrauer Sand und Felsgrund ohne Bäume mit Gras oder Kakteen. Dazwischen einige Plantagen mit Bananenstauden, aber im Großen und Ganzen kahl und gleicht eher einer Wüste. Wir haben auch die Nachbarinsel La Gomera besucht. Diese wiederrum kann man am ehesten mit einem Dschungel vergleichen. Dichte Vegetation, feuchte Atlantikluft. Die anderen Inseln sehen nochmal anders aus. Spannend z.B. war die Tatsache, dass dort Pflanzen einfach viel größer werden. Löwenzahn, ein hierzulande am Boden wachsendes Unkraut, wächst auf La Gomera als 2m hoher Baum – um nur mal ein Beispiel zu nennen. Christsterne, bei uns als weihnachtliche Topfpflanze bekannt, sind dort große Sträucher mit unzähligen Blüten. Meterhohe Palmen, hoch wachsende Kakteen etc.pp.

Der Grund für die sehr unterschiedlichen klimatischen Bedingungen hängt mit dem Wind zusammen. Es gibt im Grunde zwei relevante Windrichtungen, die zu den besonderen Auswirkungen führen. Das ist zum einen der Wind aus Richtung Osten aus der Sahara kommend – genannt Scirocco. Er bringt äusserst trockene und staubige Luft mit. Die führt dazu, dass die Vegetation vertrocknet. Dieses ist zum einen auf der südlichen Seite Teneriffa’s deutlich sichtbar aber auch auf La Gomera. Ist es zu trocken, sterben kleine Gräser ab. Kommt der Wind aber von Westen vom großen Atlantik spricht man vom Passatwind. Dieser bringt kühle und feuchte Luft mit. Auf La Gomera bringt er die gesamte Vegetation zum Blühen innerhalb von wenigen Tagen! Auch im Norden Teneriffa’s wirkt die kühlere und feuchtere Luft des Atlantiks, wodurch diese Region bewaldet und grün ist.

Auf La Gomera konnten wir Live sehen, wie sich Klima optisch auswirkt. Bei einem Fotostop hatten wir das Glück mitzuerleben, wie die glasklare Luft sich in eine undurchsichtige Nebelwolke verwandelte – binnen Sekunden. Einen weiteren sehr spannenden Anblick boten uns die Bäume. Als ein großer Waldbrand auf La Gomera wütete – ausgelöst vom Scirocco – verbrannten die Rinden der Bäume, doch diese lebten weiter. Inzwischen sind wieder Blätter bzw. Nadeln an den Bäumen – oberhalb der verbrannten Stellen. Alles in allem sehr spannend, was die Natur für Fähigkeiten hat.

 

Der „Loro Parque“ Zoo

Den letzten Ausflug haben wir in den als große Attraktion bekannten Loro Park gemacht. Es handelt sich um einen Tierpark, gegründet von einem deutschen Auswanderer, der sich in erster Line durch eine Stiftung um die Erhaltung von bedrohten Tierarten kümmert, speziell der Loro’s (spanisch: Papageien) . Das zumindest ist die eigene Beschreibung des Parks. Die besonderen Attraktionen sind vier Tiershows mit Schwertwalen, Delphinen, Seelöwen und natürlich den Papageien. Ansonsten gibt es neben den unzähligen Papagei-Arten und anderen Vögeln noch Jaguare, Affen, Pinguine, Haie etc. zu bestaunen. Letztlich bleibt es aber ein Zoo wie es sie duzendfach andernorts auch gibt der u.a. mit Tiershows sein Geld verdient. Dennoch kann man einige schöne Fotos knipsen: