Wuala – meine Cloud

Hinweis: Die nachfolgenden Zeilen entsprechen nicht mehr dem heutigen Stand – siehe dazu die Nachträge im Anschluss an dem Artikel.

„Daten in die Cloud“ ist seit einiger Zeit der absolute Trend. Wo immer man hinschaut, jede größere Firma versucht Kunden dazu zu bewegen, Ihre Dateien online zu speichern. Erst kürzlich plusterten sich die Branchenriesen Google bzw. Microsoft auf und setzen ihre Zeichen. Im Privatanwenderbereich ist Dropbox der absolute Renner. Auch ich verwende Dropbox unter anderem – allerdings seit einiger Zeit nur noch für Dinge, die ich teilen möchte – Fotos vom Biken zB.

Die c’t hatte vor einiger Zeit einen Bericht gebracht über die Clouddienste von Google, Microsoft und Dropbox. Was mir fehlte waren die kleineren – ganz speziell „Wuala“ (ausgesprochen franz. Voilà). Bei Wuala angemeldet bin ich seit ungefair einem Jahr, genauso lang wie bei Dropbox. Ich habe damals beide installiert um sie zu vergleichen. Eine ganze Zeit lang habe ich Dropbox bevorzugt. Ich habe mich aber vor ein paar Wochen anders orientiert. Und das war die richtige Entschiedung. Ich bin überaus zufrieden und entspannt.

Warum ich jetzt Wuala bevorzuge?

Grund 1 – auf allen Systemen:

Ich habe mehrere PCs mit unterschiedlichen Betriebssystemen. Möchte ich also meine Dateien auf allen Systemen nutzen, brauche ich zwangsläufig einen Anbieter, der auf allen Systemen eine Lösung anbietet. Wuala gibt es für Windows, Linux und Mac OS gleichermaßen. Im Smartphonebereich sind es Android und iOS, die unterstützt werden. Damit sind genau alle Systeme abgedeckt, die ich benötige. Sollte ich mal an einem fremdem Rechner sein kann ich darüber hinaus über die Webseite eine auf Java basierende Applikation starten um damit ebenfalls an meine Dateien zu kommen. Damit sind für mich alle Eventualitäten abgedeckt. Mehr brauche ich nicht.

Grund 2 – meine Dateien bleiben meine Dateien

Das wichtigste Thema wenn es um Clouddienste geht ist die Datensicherheit. Bei Wuala werden meine Dateien von meinen Geräten verschlüsselt und wieder entschlüsselt. Auf dem Server liegt nur eine Ansammlung von Bitfolgen. Nur ich alleine kann die Dateien lesen. Niemand anderes, weder die Mitarbeiter von Wuala noch Behörden können mit dem Datensalat auf dem Server etwas anfangen. Bei Dropbox ist das etwas anders. Da wird erst auf dem Server eine Verschlüsselung durchgeführt. Das bedeutet, Dropbox kennt den Schlüssel und könnte die Dateien entschlüsseln ohne das ich es verhindern könnte.  Man könnte Wuala jetzt dafür loben, aber genau genommen ist es so, dass man das eigentlich erwarten muss! Dropbox ist genau genommen ein absolutes NoGo, eben weil es das nicht tut.

Obendrein gibt es noch zwei weitere Vorteile in Punkto Sicherheit. Im Gegensatz zu Dropbox verfolgt Wuala ein dezentrales Speichersystem. Bei Dropbox liegt alles in der Serverfarm in den USA. Bei Wuala liegen die verschlüsselten Daten aufgesplittet an verschiedenen getrennten Orten in Europa. Der andere Datenschutzaspekt ist so unauffällig, dass man es kaum bemerkt. Es gelten europäische Maßstäbe für den Datenschutz, denn Wuala ist ein Unternehmen mit Sitz in der Schweiz. Natürlich bedeutet das erstmal noch gar nichts, aber ich für meinen Teil fühle mich schlicht etwas wohler bei dem Gedanken.

Dieser Absatz ist möglicher Weise nicht mehr korrekt – siehe Nachtrag vom 02. September 2014!

Natürlich ganz klar ist, gelangt jemand an mein Kennwort, bringt mir all diese Sicherheit natürlich gar nichts. Sicherheit steht und fällt IMMER mit der eigenen Disziplin. Aber im Gegensatz zu Dropbox weiß ich hier, alles was ich online speichere ist solange definitiv unbrauchbar, wie ich der Herr des Schlüssels bin. Bei Wuala bin ich das, bei Dropbox nicht.

Grund 3 – Speicherplatz

Der Speicherplatz ist letztlich nur ein i-Punkt. Wuala bietet inzwischen 5 GB kostenlos an. Das sind immerhin tausende Dokumente und Dateien – wenn man so will lässt sich sogar Musik damit speichern und synchronisieren. Ich gehöre allerdings nicht zu jener Gruppe, die Filme oder Musik online ablegen möchten. Damit reicht mir das vollkommen aus. Ich kann völlig unbedenklich Files von einem Rechner zu Handy, Laptop etc. verteilen. Ob die Preise für noch mehr Speicher angemessen sind, dass wird sich erst dann zeigen, wenn ich in die Situation kommen sollte mehr zu benötigen. Ich bin allerdings im Moment noch Meilenweit davon entfernt.

 

Wenn ich obige Apsekte betrachte, dann wundere ich mich über mich selber. Warum habe ich eigentlich Dropbox anfangs überhaupt bevorzugt? Vermutlich war es schlicht der erste Eindruck, die Haptik die mich anfangs überzeugt hat, denn die ist ohne Einschränkung positiv. Mit Stand heute weiß ich aber, Wuala ist in meinen Augen besser. Den Wechsel bereue ich daher nicht. Aber ich habe Dropbox nicht runter geschmissen, denn in einem Punkt ist es dann immer noch ein bisschen besser. Das Teilen von Inhalten wie z.B. Fotos ist mit nur wenigen Handgriffen machbar – sogar vom Handy. Sprich alles was ich eh der Welt zur Verfügung stelle, mache ich mit Dropbox. So zusagen ein „Filesharing“-System. Das kann Wuala zwar auch, geht aber nicht so einfach von der Hand wie bei Dropbox. Fazit, ich nutze beides je nachdem was ich vorhabe.

 

Weiterführende Links zum Thema

Wenn sich jemand für Wuala interessiert und sich das mal ansehen möchte hier sind ein paar Links:

  • Testbericht von Stiftung Warentest: http://www.test.de/Daten-in-der-Cloud-Online-Speicherdienste-im-Test-4579657-0/
    Getestet wurden 13 Anbieter. Kein Anbieter wurde mit gut bewertet, Wuala gehört aber immerhin zum Sieger-Quartett. Die Bewertung ansich halte ich aber für absolut unfair, denn es ist für alle anderen Dienste eine extra Software nötig, um die Daten zu verschlüsseln. Dennoch erhalten die anderen Dienste die gleiche Bewertung für Datenschutz und Sicherheit. Und zu guter letzt wird die Bedienung mehr gewichtet wie die Datensicherheit. Man sollte das Ergebnis also durchaus selber abschätzen.

 

Nachtrag vom 03. Juli 2013:

Vor ein paar Wochen ist der NSA-Spitzelskandal durch den Whistleblower Edward Snowden bekannt geworden. Ich kann – nein ich muss – die Datensicherheit bei Wuala noch einmal ausdrücklich in den Vordergrund stellen! Bei Wuala werden die Dateien bereits vor dem Upload auf meinem Gerät verschlüsselt. Selbst wenn die NSA die Daten bei der Übertragung abfängt, sie können nichts damit anfangen – und das ist auch gut so!

 

Nachtrag vom 02. September 2014:

Soeben wurde ich auf eine Geschichte bzgl. Wuala aufmerksam gemacht. „Caschys Blog“ berichtet über einen Vorgang im Zusammenhang mit Wuala, der dem bisherigen guten Eindruck bei Wuala einen ziemlich großen Kratzer gibt. Darin wurde einem iranischen Nutzer der Zugang zu Wuala verwehrt auf Grundlage eines US-Rechts/ Embargos. LaCie als Anbieter von Wuala ist seit einiger Zeit Teil von Seagate und damit wohl auch an US-Rechte gebunden. Welche Auswirkungen dieses auf den Dienst Wuala im einzelnen hat kann man nur sehr schwer abschätzen. Sicher ist aber eines, das Vertrauen in die Sicherheit ist nicht mehr gegeben! Ich ziehe hiermit meine positiven Rezensionen zurück!

 

Nachtrag vom 18. August 2015:

Gerade eben habe ich in einem T3N-Artikel erfahren, dass der Cloud-Dienst Wuala nun geschlossen wird. Die Informationen entstammen einem Blog-Eintrag von Wuala selbst: https://support.wuala.com/de/2015/08/wuala-stellt-betrieb-ein-3/. Es werden im Blog von Wuala zwar keine exakten Gründe für die Schließung angegeben, aber meiner Meinung nach wird es im großen Maße damit zusammen hängen, dass der Anbieter schlicht eine falsche Strategie gefahren ist. Wie dem auch sei, damit kann das Thema Wuala also endgültig ad-acta gelegt werden.

6 Kommentare zu “Wuala – meine Cloud

  1. dem kann ich nur zustimmen. Ich nutze Wuala seit ca. 1 Jahr und bin begeistert, vor allem weil meine Daten in D und CH sind und nicht in den USA.

  2. Seit etwas mehr als einem Jahr setzt ich mich intensiver mit den Angeboten von verschiedenen Online-Speichern auseinander. Mehrere Dienste habe ich ausprobiert und verglichen. Zwei davon brauche ich im Alltag. Zeit, um mal eine Zwischenbilanz zu ziehen.

  3. Mit der Sicherheit und Verschlüsselung bei Wuala ist es seit dem Skandal um den iranischen Nutzer nun auch nicht mehr weit her. Wuala wurde an ein amerikanisches Unternehmen verkauft und damit sind sie gemäß US-Recht verpflichtet den Behörden auf Anforderung Zugang zu den Daten, ob verschlüsselt oder nicht, zu gewähren. Das Thema Sicherheit und Wuala, respektive Cloud im Allgemeinen, ist damit so gut wie durch. Sicher ist nur, wer selbst verschlüsselt und den Schlüssel selbst generiert und in eigenenHänden hält.

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