Ansegeln auf der Ostsee zum 1. Mai

Am Wochenende um den 1. Mai 2015 war ich auf der Ostsee segeln. Dabei sind wir mit der „King of Lions“, einer Feeling 44, unterwegs gewesen. Es handelte sich um die Ansegelregatta der Segelkameradschaft Buchholz.

Los ging es am Freitag den 1. Mai von Heiligenhafen aus nach Norden in Richtung der dänischen Insel Langeland. Dort war der Zielhafen des ersten Tages in Bagenkop. Etwas unerwarteter Weise wehte der Wind nicht so wie vorhergesagt  aus Südwest. Er kam direkt aus der Zielrichtung Nordwest und zwang uns dazu am Wind zu kreuzen. Das ging auch lange Zeit ganz gut, bis dann leider zum Ende hin der Wind so stark nachgelassen hatte, dass unsere Segelyacht wahrhaftig rückwärts fuhr. Der Wind war so schwach geworden, dass die große Yacht im stärkeren Gegenstrom keinen Vortrieb mehr schaffte und wir noch Stunden brauchen würden um den Hafen zu erreichen. Unser Skipper entschied sich zur Aufgabe und warf die Maschine an. Es war eine ärgerliche, aber letztlich notwendige Entscheidung. Im Hafen von Bagenkop angekommen mussten wir an der ungeschützten seewärtigen Seite der Kaimauer festmachen, da alle größeren Boxen bereits belegt waren. Beim Anlegen sollte es dann auf einmal nochmal actionreich werden. Gerade beim Aufstoppen an der Kaimauer versagte plötzlich die Maschine und ließ sich auch nicht mehr starten. Zum Glück war die Yacht bereits so langsam, dass man sie mit Muskelkraft halten konnte. Nun hatten wir uns eine Mahlzeit verdient. In der Nacht frischte der Wind dann auf und drehte so, dass die Wellen direkt ins Hafenbecken brachen. Die Nacht wurde sehr unruhig und zum Morgen hin schier unerträglich. Das Boot krachte alle paar Sekunden bebend in die Fender. Ein paar bange Blicke auf die Steuerbordwand, ob sie die Tortur heile überstanden hatte, aber zum Glück war nichts passiert. Um halbwegs frühstücken zu können, haben wir das Schiff dann in den Hafen an eine frei gewordenen Pier gebracht. Nach dem Frühstück folgte dann der zweite Regatta-Lauf. Zwar waren wir nun disqualifiziert, nahmen aber dennoch am Lauf teil. Es ging im Grunde gradewegs zurück, allerdings mit dem Zielort „Orth“ auf der deutschen Insel Fehmarn. Aufgrund des aufgefrischten Winds versprach dieser Tag ein flottes segeln, was auch bis zum Mittag so zutraf. Dann aber wurde dieser Spaß wieder mit einem einschlafenden Wind quittiert. So schlichen wir erneut unter strahlendem Sonnenschein durch die Ostsee. Da Abends ein Tisch im Restaurant reserviert war und wir eh ausgeschieden waren entschied sich unser Skipper abermals, die Maschine zu verwenden. So erreichten wir das Ziel dann sehr pünktlich und konnten nun als erstes Schiff im Päckchen festmachen. Abends gabs dann lecker Essen im örtlichen „Piraten-Nest“. Am Sonntag dann der Aufbruch zurück in den Heimathafen Heiligenhafen. Schöner Weise bei aller besten Windbedingungen und strahlender Sonne. So war das Wochenende ein wunderbarer Törn mit am Ende 82 sm, auch wenn wir bei der Regatta nichts erreichen konnten. Hier ein paar Bilder: